Playoff-Duell: Defensive ist Trumpf
Rosenheim und Regensburg treffen im Viertelfinale aufeinander.
Teil2 der großen Playoff-Serie der DEL2. Am Dienstagabend beginnt die Serie zwischen den Starbulls Rosenheim und den Eisbären Regensburg. Hier erfahrt ihr alles über die Stärken, Schwächen und wichtigsten Spieler auf beiden Seiten.
Saisonverlauf
Rosenheim
Ein bisschen holprig war der Rosenheimer Start in die Saison 2025/26. Doch sobald die Starbulls einmal Fahrt aufgenommen hatten, spielten sie permanent vorne mit. Die Oberbayern können auf 97 Zähler aus 52 Partien zurückblicken, 24 Spiele entschied man nach 60 Minuten für sich – und weitere neun Mal hatte man knapp die Nase im Nachsitzen vorn. Dabei erzielten die Starbulls 164 Tore, nur 124 Gegentreffer ließen die Abwehrreihen zu. Vor allem in Unterzahl war das Rosenheimer Bollwerk kaum zu überwinden. Zuletzt musste man in der Hauptrunde noch drei knappe Niederlagen in Overtime hinnehmen, doch die Karten werden neu gemischt.
Regensburg
Während man in der letzten Saison noch um den Abstieg kämpfen musste, stand 2025/26 das Ziel klar fest: sicherer Klassenerhalt. Doch das reichte den Eisbären offenbar nicht, als Tabellensechster qualifizierte man sich direkt für die Playoffs. 81 Punkte stehen nach 52 Partien zu Buche, 22 Mal setzte man sich in regulärer Spieldauer durch, weitere sechs Mal in Verlängerung oder Shootout. Regensburg erzielte dabei 150 Tore, pro Partie ließ man nur 2,8 Tore im Schnitt zu. Die Bilanz der letzten Spieltage fiel durchwachsen aus – aber zum Abschluss konnte man sich im Shootout gegen Ravensburg durchsetzen und damit nochmal Selbstvertrauen tanken.
Stärken
Rosenheim
Über die gesamte Hauptrunde hinweg bewiesen die Starbulls, dass ihre größte Stärke in der Verteidigung ist. Defensiv steht Rosenheim stabil, ließ nur 143 Gegentore zu und krönte sich so zur zweitbesten Verteidigung der Liga. Entscheidend dabei war unter anderem auch die Stärke in Unterzahl. In 83,7% funktionierte das Rosenheimer Penalty-Killing und verhinderte so Gegentreffer. Außerdem zogen die Starbulls verhältnismäßig wenig Strafen, gerade einmal 430 Minuten stehen zu Buche und so landet Rosenheim in der Fairness-Wertung auf Rang 3.
Regensburg
Auch Regensburgs größte Stärke liegt in einer stabilen Verteidigung. 143 Gegentreffer machen die Eisbären zur viertbesten Defensive der DEL2. Der Aspekt, in dem die Mannschaft von Headcoach Peter Flache am meisten überzeugen könnte, war das Penalty-Killing. Eine Unterzahlquote von 83,7% ist ligaweiter Spitzenwert und brachte die Eisbären so stetig voran. Außerdem ist Regensburg die zweitfairste Mannschaft der DEL2, nur 405 Strafminuten gehen auf das Konto der Oberpfälzer.
Schwächen
Rosenheim
Bei Rosenheim richtige Schwäche auszumachen, ist schwierig. Denn neben der stabilen Verteidigung agieren die Starbulls auch im Angriff solide und finden sich ligaweit im Mittelfeld. Was allerdings auffällig ist, ist das schwache Powerplay. Nur 17,8% Überzahlquote bedeutet nur Rang 11 im Vergleich und muss für die Playoffs aufgebessert werden.
Regensburg
Wenn Regensburg die Defensive der Starbulls überwinden will, müssen die Eisbären vor allem im Powerplay eine Schippe drauflegen. Denn das Überzahlspiel der Oberpfälzer ist mit 18,4% nur geringfügig stärker als das von Rosenheim. Insgesamt muss die Offensive torgefährlicher werden. Wichtig dafür ist es ebenfalls, die Faceoff-Quote zu verbessern, denn nur 48,5% der Bullys werden auch in Puckbesitz umgewandelt.
Top-Spieler
Rosenheim
Auf Rosenheimer Seite ist ein Kollektiv aus drei Spielern besonders hervorzuheben. Scott Feser punktete 48 Mal (19 Tore, 29 Assists), Shane Hanna erreichte 43 Zähler (16 Tore, 27 Assists) und Ville Järveläinen kann auf 41 Scorerpunkte (23 Tore, 18 Assists) zurückblicken. Hervorzuheben sind ebenfalls die guten Quoten beider Goalies, Oskar Autio konnte in 91,47% der gegenerischen Chancen nicht überwunden werden, bei Christopher Kolarz sind es 91,6%.
Regensburg
Regensburgs unangefochtener Topscorer ist Corey Trivino. Der Kanadier erzielte 45 Punkte (17 Tore, 28 Assists). Jeremy Bracco erzielte zudem in nur 37 Spielen 38 Punkte. Doch der herausragendste Spieler auf Seiten der Eisbären ist eindeutig Goalie Jonas Neffin. Der 25-Jährige kann nicht nur auf eine starke Fangquote von 92,88% zurückblicken, sondern wurde auch zum Torhüter des Jahres und zum Spieler des Jahres ausgezeichnet.
X-Faktor
Rosenheim
Wer in den Playoffs für Rosenheim den Unterschied machen kann, ist Dominik Kolb. Der Routinier, mit dem im Februar bereits der Vertrag auch für die nächste Saison verlängert wurde, ist sowohl defensiv als auch offensiv flexibel einsetzbar. Er zeichnet sich über eine gute Präsenz aus, steuerte 7 Scorerpunkte bei – und ist ein absoluter Teamplayer, der auf und neben dem Eis eine große Rolle für die Starbulls spielt.
Regensburg
Auf Seiten der Eisbären soll dieser Unterschied-Spieler Donát Péter sein. Der Angreifer, der im letzten Jahr aus Selb in die Oberpfalz kam, erzielte in der Hauptrunde 22 Scorerpunkte und unterstreicht mit einer Plus/Minus-Bilanz von +7 seine stabile Präsenz auf dem Eis. Zweikampfstärke und offensive Gefahr zeichnen den Deutsch-Ungarn aus, der sowohl als Center als auch als Flügelspieler eingesetzt werden kann. Außerdem wird Péter für seinen Teamgeist geschätzt.
Das sagt der Kapitän
Rosenheim
Rosenheims Kapitän C.J. Stretch findet vor Beginn der Playoffs noch einmal lobende Worte für sein Team: „Über den letzten Monat in der Hauptrunde hat unser Team das bestmögliche Hockey gezeigt. Wir wollen dieses Momentum unbedingt ins Viertelfinale gegen Regensburg mitnehmen.“ Der Blick auf die Serie ist von Vorfreude geprägt: „Unsere Spiele gegen die Eisbären waren immer eng und taktisch geprägt. Jetzt wollen wir zeigen, was wir können. Wir sind bestens vorbereitet und bereit, wirklich alles, was wir haben, auf dem Eis zu geben.“
Regensburg
„Es wird eine harte Serie werden“, so vorab die Prognose von Eisbären-Kapitän Nikola Gajovsky. „Auch wenn Rosenheim vor uns in der Tabelle liegt, wir haben bereits vier Mal in der Hauptrunde gezeigt, dass wir sie schlagen können.“ Die Chancen stehen laut Gajovsky jetzt 50:50. Doch einen entscheidenden Faktor gibt es auf Seiten der Regensburger: „Unser wichtigster Mann ist natürlich Jonas Neffin. Der spielt schon die ganze Saison über unglaublich stark. Ohne ihn wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen“, so der Kapitän.