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Playoff-Duell: Huskies gegen Füchse und die Frage, wer mehr Biss hat...
18.03.2026Bild: City Press

Playoff-Duell: Huskies gegen Füchse und die Frage, wer mehr Biss hat...

Kassel und Weißwasser treffen im Viertelfinale aufeinander.

Im vierten Viertelfinalduell der DEL2 Playoffs 2025/2026 wird Biss eine entscheidende Rolle spielen. Immerhin treffen hier die Huskies aus Kassel auf die Füchse aus der Lausitz. Wir verraten euch, wo die Stärken beider Clubs liegen und wo sich vielleicht eine Schwachstelle verbirgt. Zudem stellen wir euch die wichtigsten und entscheidenden Spieler vor in der letzten großen Vorschau auf die Playoffs.


Saisonverlauf

Kassel

Es war eine beeindruckende Hauptrunde, auf die die Kassel Huskies zurückblicken können. Mit 106 Zählern beendeten die Nordhessen den Grunddurchgang auf Rang 2 und sicherten sich bereits vorzeitig das Playoff-Ticket. 31 Siege konnten die Huskies verzeichnen, zusätzlich sicherte man sich vier Mal den Zusatzpunkt im Nachsitzen. Insgesamt gelangen 187 Treffer, 127 Mal zappelte der Puck im eigenen Tor. Die Quoten der Special Teams waren ebenfalls ein wichtiger Faktor (Powerplay 25,5%, Penalty-Killing 80,9%). Zuletzt konnte man in der Hauptrunde noch drei Siege verzeichnen und sich so für die kommende Serie Selbstvertrauen holen.

Füchse

Die Saison der Lausitzer Füchse war durchwachsen. 22 Siegen in 60 Minuten stehen auch 21 Niederlagen in regulärer Spielzeit gegenüber, vier Mal setzte man sich in Overtime oder Shootout durch, fünf Mal hatte man da das Nachsehen. Auch die Torbilanz hätte besser ausfallen können: zwar trafen die Füchse im Schnitt drei Mal pro Partie – mussten aber auch etwa genauso viele Gegentreffer hinnehmen. Allerdings gelang es dem Team aus Weißwasser in den letzten Zügen der Hauptrunde noch, sich auf Rang 7 vorzuarbeiten und in den Pre-Playoffs setzte man sich souverän gegen die Eispiraten aus Crimmitschau durch. Das dürfte noch einmal Selbstvertrauen für die anstehenden Duelle geben.


Stärken

Kassel

Über weite Teile der Hauptrunde präsentierten die Huskies sich stark. Kassel erzielte mit 187 Treffern die zweitmeisten Tore, stellte parallel die drittbeste Defensive (127 Gegentore). Auch die Special Teams können sich sehen lassen: in 25,5% der Überzahlsituationen konnten die Huskies den Vorteil für sich nutzen und einen Treffer erzielen. In Unterzahl dagegen gelang es ihnen zu 80,9%, ein Gegentor zu verhindern. Besonders hervorzuheben ist außerdem auch die Faceoff-Quote: 57,2% der Bullys gingen an Kassel, damit ist man in dieser Kategorie Spitzenreiter.

Füchse

Auf Seiten der Lausitzer Füchse bewegt man sich statistisch gesehen meistens im soliden Mittelfeld. In Sachen Penalty-Killing kann man jedoch mit der Spitzengruppe mithalten, eine Unterzahlquote von 80,1% bringt die Füchse in diesem Aspekt auf Rang 5. Und auch ein weiterer Punkt ist beeindruckend: in der Fairplay-Wertung liegt das Team aus Weißwasser auf Rang 4 und musste insgesamt nur 433 Strafminuten hinnehmen.


Schwächen

Kassel

Die wohl größte Schwäche, die Kassel während der Hauptrunde gezeigt hat, ist die mangelnde Konstanz. Nur einmal konnte man sechs Spiele in Serie gewinnen, ansonsten folgten immer wieder Niederlagen. Auch die Disziplin der Huskies lässt etwas zu wünschen übrig: im Schnitt gab es knapp 10 Strafminuten pro Partie, was Rang 9 in der Fairness-Wertung entspricht.

Füchse

Sowohl offensiv als auch defensiv müssen die Füchse in den Playoffs eine Schippe drauflegen. Vor allem in der Verteidigung gibt es Luft nach oben, immerhin sind durchschnittlich drei Gegentore gegen ein offensivstarkes Team wie Kassel ein großer Schwachpunkt. Was den Füchsen ebenfalls zum Verhängnis werden kann, ist die schwache Faceoff-Quote: nur 48,4% der Bullys kann das Team aus Weißwasser für sich entscheiden – fast 10% weniger als Kassel.


Top-Spieler

Kassel

Maßgeblich am Einzug in die Playoffs beteiligt waren auf Kasseler Seite vor allem drei torgewaltige Spieler: Tyler Benson erzielte 59 Punkte (22 Tore, 37 Assists), Hunter Garlent kann auf 56 Zähler zurückblicken (20 Tore, 36 Assists) und Tristan Keck sorgte mit 45 Punkten (28 Tore, 17 Assists) für Furore. Ebenfalls zu erwähnen sind die Goalies Philipp Maurer (90,65%) und Oleg Shilin (92,69%), die mit starken Leistungen überzeugten.

Füchse

Ein Spieler der Lausitzer Füchse, an dem in dieser Saison kein Weg vorbeiführt, ist Lane Scheidl. Der Routinier erzielte in der Hauptrunde 43 Punkte (16 Tore, 27 Assists) – und traf in der zweiten Partie in den Pre-Playoffs gegen die Eispiraten Crimmitschau vier Mal, was den Einzug ins Viertelfinale besiegelte. Außerdem haben die Füchse mit Lennard Nieleck den frisch gekrönten DEL2-Rookie des Jahres in ihren Reihen. Der 22-Jährige erzielte 38 Punkte (16 Tore, 22 Assists) und trug so maßgeblich zum Erfolg seines Teams bei. Goalie Anthony Morrone, der in der letzten Saison zum Fanspieler des Jahres gewählt wurde, machte mit einer beeindruckenden Quote von 92,02% von sich reden.


X-Faktor

Kassel

Entscheidend für Kassel soll Kapitän Jake Weidner sein. Der 33-Jährige zeichnet sich neben 23 Scorerpunkten und einer Plus-Minus-Bilanz von +12 durch harte Arbeit und Cleverness aus. Mit seiner Erfahrung und den Leaderqualitäten, die er als Kapitän mitbringt, soll Weidner den Unterschied in den Playoffs machen. Auch abseits des Eises wird er von seinem Team als „klasse Typ“ wertgeschätzt.

Füchse

Alexander Dosch ist auf Seiten der Lausitzer Füchse derjenige, das Zünglein an der Waage sein soll. Der 24-Jährige bewies über die Hauptrunde hinweg jede Menge Physis und Power, trug 13 Scorerpunkte bei und erhielt bereits vorab eine Vertragsverlängerung. Außerdem trug er in den Pre-Playoffs bereits einen Treffer bei und soll daran auch im Viertelfinale anknüpfen.


Das sagt der Kapitän

Kassel

“Es wird eine harte Serie warden“, so Kassels Kapitän Jake Weidner. Für die Füchse findet er lobende Worte: „Weißwasser hat gut gespielt und hatte vor allem eine gute Heimbilanz. Sie arbeiten hart und haben gute Spieler in ihren Reihen. Wir müssen unser Bestes geben, um zu gewinnen.“ Die Huskies blicken mit Zuversicht auf die Serie: „Wir hatten jetzt etwas Zeit, um uns vorzubereiten. Die Coaches haben einen wirklich guten Job gemacht. Wir fühlen uns selbstbewusst und wissen, was wir tun müssen und wie wir unser Spiel aufbauen.“

Füchse

Nach den Pre-Playoffs ist man in Weißwasser zufrieden mit der eigenen Leistung: “Ich bin wirklich stolz auf unsere Truppe nach den Spielen gegen Crimmitschau. Es waren zwei wirklich harte Spiele und dass wir das erste davon in Overtime gewinnen konnten, war immens wichtig. Wir haben in den letzten Monaten so hart dafür gekämpft, ins Viertelfinale einzuziehen und man hat gemerkt, dass der Glaube an uns immer da war“, so Kapitän Clarke Breitkreuz. Dass jetzt die Huskies warten, macht es nicht leicht: „Kassel als Gegner ist eine gewaltige Herausforderung. Es wird keine Überraschungen mit ihnen geben, sie haben ein Team aufgebaut, dass die Meisterschaft gewinnen und aufsteigen will.“ Aber Breitkreuz zeigt sich zuversichtlich: „Wir wissen, dass wir mitspielen können und müssen zusammenhalten und uns auf unser Spiel konzentrieren. Wir stehen als Team eng zusammen und ich denke, das gibt uns manchen Gegnern gegenüber einen Vorteil. Bei uns spielt wirklich jeder für jeden. Es wird auf jeden Fall Spaß machen und wir freuen uns auf die Herausforderung und den Kampf.“

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