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Playoff-Duell: Totgesagte leben länger...
17.03.2026Bild: City Press

Playoff-Duell: Totgesagte leben länger...

Ravensburg und Bietigheim treffen im Viertelfinale aufeinander.

Playoff-Zeit in der DEL2. Wir blicken ganz genau auf alle vier Viertelfinalduelle. Den Anfang macht die Serie zwischen Ravensburg und Bietigheim. Wir stellen euch die Kontrahenten und die wichtigsten Protagonisten vor. Damit ihr bestens vorbereitet seid für die heißeste Zeit des Jahres.


Saisonverlauf

Ravensburg

Hätte man zur Halbzeit der Hauptrunde über die Teilnehmer der diesjährigen Playoffs gesprochen, wären die Towerstars vermutlich nicht zur Sprache gekommen. Denn am 26. Spieltag lagen die Oberschwaben gerade einmal auf Rang 10, davor lief es noch etwas schlechter für Ravensburg und es hieß eher Playdowns statt Playoffs. Doch dank der zweitbesten Siegesserie der Liga konnte die Saison erfolgreich gedreht werden. Am Ende der Hauptrunde stehen 91 Punkte zubuche, 25 Siege in regulärer Spieldauer gelangen den Towerstars, sechs Mal ergatterte man noch den Zusatzpunkt und landete so schließlich auf einem beeindruckenden vierten Tabellenrang.

Bietigheim

Den Turnaround konnten auch die Bietigheim Steelers in dieser Saison schaffen. Nach 15 Spieltagen lag man abgekämpft mit gerade einmal 14 Zählern auf dem vorletzten Tabellenrang und musste sich eher Gedanken um den fraglichen Klassenerhalt machen – doch es gelang, alles zum Guten zu wenden. Die Steelers erkämpften sich 89 Punkte und landeten so auf dem fünften Platz direkt hinter den Ravensburg Towerstars. Zuletzt konnte Bietigheim noch fünf Mal innerhalb von sechs Partien gewinnen und sich so für die bevorstehende Serie reichlich Selbstbewusstsein holen.


Stärken

Ravensburg

Statistisch gesehen ist es schwer, bei Ravensburg eine klare Stärke zu benennen. Aber am Kampfgeist der Towerstars führt kein Weg vorbei. Nach der schwierigen Zeit zur Mitte der Saison fand das Team zunehmend zusammen und so konnte Ravensburg um den Jahreswechsel herum neun Partien in Folge gewinnen und so endlich Punkte sammeln.

Bietigheim

Auf Seite der Steelers ist ganz klar die Offensive hervorzuheben. Mit 184 Toren stellt Bietigheim den drittstärksten Angriff der DEL2 und machte dabei Krefeld und Kassel Konkurrenz. Dafür benötigten die Steelers 1644 Schüsse, was sie effektiver als den Tabellenführer macht.


Schwächen

Ravensburg

Der Punkt, an dem die Towerstars dringend nachjustieren müssen, ist das Powerplay. In Überzahl kann Ravensburg nur 14,5% der Spielsituationen für sich nutzen und treffen, ligaweiter Negativwert. Auch im Penaltykilling und bei den Faceoffs müssen die Towerstars sich steigern. Nicht zu vernachlässigen ist die Fairness-Wertung, in der Ravensburg mit insgesamt 561 Strafminuten auf dem drittletzten Rang liegt.

Bietigheim

Auch bei den Steelers gibt es Nachholbedarf: Die Defensivleistung muss sowohl im 5-gegen-5 als auch in Unterzahl gestärkt werden, 161 Gegentreffer bedeuten pro Schnitt pro Partie 3,1 Gegentore und das darf Bietigheim in den Playoffs auf keinen Fall zulassen. Bei den Faceoffs schneiden die Steelers nicht gut ab, 46% der Bullys gehen an das eigene Team. Ähnlich wie bei Ravensburg spielt auch das Fairplay eine große Rolle: 603 Strafminuten insgesamt sind negativer Spitzenwert.


Top-Spieler

Ravensburg

Mit 38 Toren ist Ravensburgs Mark Rassell der Top-Torschütze der Hauptrunde 2025/26, 24 Assists bringen den Kanadier insgesamt auf Rang 5 der Topscorer-Tabelle. Großen Anteil am Playoff-Einzug hatte ebenfalls Robbie Czarnik, der 58 Punkte erzielen konnte (29 Tore, 29 Assists).

Bietigheim

Im Rahmen der beeindruckenden Bietigheimer Offensive muss man zwei Spieler besonders hervorheben. Jack Dugan punktete insgesamt 67 Mal (25 Tore, 42 Assists) und brachte sich damit auf Rang 3 der Topscorer-Tabelle, außerdem gehen die zweitmeisten Vorlagen auf das Konto des Amerikaners. Direkt hinter seinem Teamkameraden lauert Brett Kemp in der Scorertabelle, der Kanadier erzielte 63 Punkte (28 Tore, 35 Assists).


X-Faktor

Ravensburg

Auf Seiten der Towerstars soll Odeen Tufto den Unterschied machen. Der Amerikaner, der im Dezember nach Ravensburg kam, sorgte in 27 Spielen, die er für die Schwaben bestritt, bereits für 26 Punkte, neun Mal traf er selbst und weist eine Plus-Minus-Bilanz von +13 auf. Aufgrund der herausragenden Leistungen wurde der Vertrag des 29-Jährigen auch bereits für die nächste Saison verlängert. In den Playoffs soll Tufto vor allem seine Übersicht einbringen und mit seiner Abgezocktheit vor dem gegnerischen Kasten für Tore sorgen.

Bietigheim

Bei Bietigheim setzt man auf Stürmer Mike Fischer. Der 26-Jährige zeichnet sich durch jede Menge Einsatz und Spielintelligenz aus. In 48 Spielen steuerte er 39 Scorerpunkte bei und beeindruckt auch durch eine Plus-Minus-Bilanz von #20. Die Playoffs bieten Fischer die optimale Gelegenheit, mehr Verantwortung zu übernehmen und die Steelers, die langfristig mit ihm planen, weiter voranzubringen.


Das sagt der Kapitän

Ravensburg

Kapitän Robbie Czarnik ist überzeugt, dass es eine hart umkämpfte Serie zwischen Ravensburg und Bietigheim werden wird. „Es wird wichtig sein, dass wir gut ins Viertelfinale starten und unser Spiel machen. Wir müssen den Ton angeben.“ Die Umsetzung des Gameplans wird entscheidend sein, so der Amerikaner: „Beide Teams haben die Fähigkeiten, auf diesem hohen Level Treffer zu erzielen, also ist es immens wichtig, dass wir defensiv stabil bleiben. Ich denke auch, dass gute Special Teams einen Unterschied machen und mitentscheiden, wer am Ende die Nase vorn hat.“

Bietigheim

Respekt für den Gegner ist auch auf Bietigheimer Seite jede Menge vorhanden. „Wir wissen, dass Ravensburg eine gute Mannschaft ist, gegen die wir in der Hauptrunde so unsere Probleme hatten“, so Kapitän Alexander Preibisch. Aber der Stürmer ist positiv gestimmt: „Playoff-Hockey hat seine eigenen Gesetze und wir sind gut vorbereitet und heiß auf diese Serie.“

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