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Vorschau Playdowns: Kampf um den Klassenerhalt erreicht Siedepunkt
26.03.2026Bild: Elke Englmaier

Vorschau Playdowns: Kampf um den Klassenerhalt erreicht Siedepunkt

Blue Devils Weiden und ESV Kaufbeuren kämpfen in Best-of-Seven-Serie um den Ligaverbleib.

Es wird ernst. Mit dem Start der finalen Playdown-Serie erreicht die Saison für die Blue Devils Weiden und den ESV Kaufbeuren ihren entscheidenden Moment. In einer Best-of-Seven-Serie geht es um nicht weniger als den Verbleib in der DEL2. 

Vom soliden Mittelfeld in die Krise

Zunächst verlief die Hauptrunde für die Blue Devils vielversprechend. Über weite Strecken hielt man gut mit, bewegte sich im gesicherten Mittelfeld und schnupperte phasenweise sogar an den Playoff-Rängen. Doch etwa zur Saisonhälfte folgte der Einbruch. Verletzungspech, knappe Niederlagen und fehlende Konstanz bestimmten fortan das Bild – vor allem aber die mangelnde Chancenverwertung. Im Schnitt benötigte Weiden 12,3 Torschüsse pro Treffer, insgesamt gelangen in 52 Spielen lediglich 121 Tore. Die Defensive präsentierte sich dagegen vor den Playdowns stabil: 161 Gegentreffer bedeuteten einen Platz im Mittelfeld der Liga.

Und so beendeten die Weidener die reguläre Saison auf Platz 12 und gingen in die Playdowns. Dort setzte sich der Trend allerdings fort. Zwar gestaltete die Mannschaft vom kurz vor den Playdowns gekommenen neuen Trainer Alan Letang die ersten beiden Duelle mit dem EC Bad Nauheim noch denkbar knapp (2:3 nach Verlängerung und 0:1), doch im dritten und vierten Aufeinandertreffen hatten die Blue Devils den Roten Teufeln nichts mehr entgegenzusetzen (0:4, 1:5). Am Ende verlor man die Serie klar mit 0:4.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur drei eigene Treffer bei 117 Torschüssen stehen zu Buche. Zudem offenbarte die Mannschaft Disziplinprobleme. Insgesamt 61 Strafminuten sammelten die Oberpfälzer in vier Spielen, zwei der 13 Gegentore fielen in Unterzahl.

Entsprechend ist eine deutliche Leistungssteigerung notwendig, um den Klassenerhalt zu sichern. Einen kleinen Vorteil bringt die Ausgangslage dennoch mit sich: Dank der besseren Punkteausbeute in der Hauptrunde startet Weiden mit einer 1:0-Führung in die Serie gegen Kaufbeuren und muss demnach nur drei Siege einfahren, um die Klasse zu sichern.

Kaufbeuren unter Zugzwang

Für den ESV Kaufbeuren verlief die Saison durchgehend schwierig. Von Beginn an fanden die Joker kaum in ihren Rhythmus und belegten ab dem 24. Spieltag konstant den letzten Tabellenplatz. Lediglich neun Siege in regulärer Spielzeit sowie drei weitere Erfolge nach Verlängerung oder Penaltyschießen unterstreichen die Probleme. Neben der zweitschwächsten Offensive war vor allem die Defensive ausschlaggebend: 204 Gegentreffer bedeuteten den schwächsten Wert der Liga.

Auch die Duelle mit Weiden verliefen in der Hauptrunde nicht erfolgreich – vier Niederlagen stehen zu Buche, eine davon fiel erst im Shootout.

In der ersten Playdown-Runde traf Kaufbeuren auf den EHC Freiburg und ging aufgrund der schlechteren Ausgangslage mit einem Nachteil in die Serie. Die drei Partien verliefen äußerst eng, zwei wurden erst in der Verlängerung entschieden. Dennoch hatte Freiburg in allen Spielen knapp die Oberhand, sodass der ESVK nun in die entscheidende Serie gegen Weiden muss. Positiv bleibt der gezeigte Einsatz – nun gilt es jedoch, sich für den Aufwand auch zu belohnen.

Hoffnungsträger in entscheidenden Momenten

In den Reihen der Blue Devils gibt es mehrere Akteure, die den Unterschied ausmachen können. Allen voran Alex-Olivier Voyer, der nach seinem Wechsel im Dezember mit 35 Punkten (14 Tore, 21 Assists) zu Weidens Hauptrunden-Topscorer avancierte.

Auch die jungen Spieler übernehmen Verantwortung: Noah Samanski (25 Punkte, 11 Tore, 14 Assists) und Paul Vinzens (17 Punkte, 6 Tore, 11 Assists), zuletzt als U21-Förderspieler des Jahres ausgezeichnet, haben ihre Bedeutung bereits unter Beweis gestellt.

Herausragend ist zudem Routinier Luca Gläser. Der 27-Jährige sammelte in der Hauptrunde 33 Punkte und knüpfte auch in den Playdowns daran an und setzte beim letzten Hauptrundenspiel gegen Rosenheim mit einem Hattrick ein Ausrufezeichen.

Offensive Akzente – verlässliche Schlussmänner

Beim ESV Kaufbeuren ragt Tyson McLellan als Topscorer heraus. Der Kanadier kam in 42 Partien auf 37 Punkte (13 Tore, 24 Assists) und sammelte auch in den Playdowns bereits drei Zähler (ein Tor, zwei Assists).

Ebenfalls produktiv präsentierten sich Joe Cassetti (ein Tor, zwei Assists) und D’Artagnan Joly (drei Tore), die beide zudem eine positive Plus-Minus-Bilanz in der Serie gegen Freiburg erzielen konnten.

Im Tor konnten sowohl Daniel Fießinger als auch Cody Porter überzeugen. Flessinger kam in zwei Spielen auf eine Fangquote von 90,79 Prozent, Porter hielt in seinem Einsatz 93,1 Prozent der Schüsse.

Jetzt geht es also um alles: Weiden geht mit dem kleinen Vorteil aus der Hauptrunde in die Serie. Entscheidend wird sein, welches Team seine Schwächen schneller in den Griff bekommt – sei es die Chancenverwertung auf Seiten der Blue Devils oder die defensive Stabilität bei den Jokern. In einer Serie, in der jeder Fehler den Ausschlag geben kann, sind Nervenstärke, Effizienz und Disziplin gefragt. Am Ende wird sich zeigen, wer dem Druck standhält...

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