Playdown-Wahnsinn im Allgäu: Kaufbeuren bezwingt Weiden in der zweiten Verlängerung
Weiden vergibt auch den zweiten Matchpuck zum Klassenerhalt.
Was für eine Nacht in der Energie Schwaben Arena! Der ESV Kaufbeuren hat am Gründonnerstag Moral bewiesen und in der Playdown-Serie gegen die Blue Devils Weiden in einem hochemotionalen Marathon-Match den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Nach über 80 Minuten Eishockey pur besiegten die Joker die Oberpfälzer mit 2:1 nach doppelter Verlängerung.
Turnbull erlöst Joker in Marathon-Spiel
ESV |
2 - 1 OT2 (0:0;1:1;0:0/1:0) |
BDW |
| ESV Kaufbeuren | Statistiken | Blue Devils Weiden |
| Tore: 1:0 Joe Cassetti (32:33/PP1), 1:1 Tyler Ward (36:53/PS), 2:1 Travis Turnbull (83:17/EQ) | ||
| Zuschauer: 3.100 | Strafminuten: 10 / 12 | Powerplay: 1-5 / 0-4 |
| Schiedsrichter: Markus Schütz, Vladislav Gossmann, David Tschirner, David Kreuzer, Pape, Kathrin | ||
Von der ersten Minute an war klar: Hier wird um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Das erste Drittel blieb torlos, da sowohl Daniel Fießinger im Kaufbeurer Gehäuse als auch Michael McNiven auf Weidener Seite jeden Schuss entschärften. Die taktische Disziplin beider Teams verhinderte große Lücken, sodass die Zuschauer ein klassisches, nervenaufreibendes Playdown-Spiel sahen.
Im Mittelabschnitt brach schließlich der Bann. Kaufbeuren erwischte den besseren Start und ging in der 33. Spielminute durch Joe Cassetti mit 1:0 in Führung. Kaufbeuren war nun am Drücker, doch ein Fehler kostete sie teuer: Nach einem Foul bei einem Weidener Konter gab es einen Penalty, den Tyler Ward souverän zum 1:1-Augleich verwandelte (37.).
Das Schlussdrittel sowie die erste Verlängerung blieben trotz hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten ohne weiteren Treffer. Die Erschöpfung war den Spielern anzusehen, doch der Wille, den entscheidenden Fehler zu vermeiden, überwog. Erst in der zweiten Verlängerung (84. Spielminute) fiel die Entscheidung: Travis Turnbull behielt die Nerven und schob die Scheibe zum 2:1-Endstand über die Linie. Die Arena verwandelte sich augenblicklich in ein Tollhaus.
Durch diesen Sieg verkürzte Kaufbeuren in der "Best-of-Seven"-Serie auf 2:3, da Weiden aufgrund der Punkteregel für die Playdowns bereits mit einer 1:0-Führung in die Runde gestartet war. Nun haben die Blue Devils am Samstag die Chance, den Klassenerhalt zu sichern, während Kaufbeuren alles dransetzen wird, ein letztes Entscheidungsspiel zu erzwingen.