Playoff-Duell: Routinierte Huskies fordern selbstbewusste Steelers im Halbfinale
Kassel und Bietigheim treffen im Halbfinale aufeinander.
Im zweiten Halbfinale der DEL2-Playoffs 2025/2026 stehen sich die EC Kassel Huskies und die Bietigheim Steelers gegenüber. Während Kassel nach einer konstant starken Hauptrunde erneut zu den Top-Teams zählt, haben sich die Steelers – als Aufsteiger aus der Oberliga – Schritt für Schritt in eine gefährliche Rolle gespielt. Die Voraussetzungen versprechen ein intensives und offensiv geprägtes Duell.
Saisonverlauf: Hauptrunde
Kassel
Die Huskies beendeten die Hauptrunde auf Rang zwei und überzeugten mit 106 Punkten sowie einer starken Balance zwischen Offensive und Defensive. 187 erzielte Treffer bedeuteten die zweitbeste Offensive der Liga, während man defensiv ebenfalls zu den Top-Teams zählte. Auch in den Special Teams präsentierte sich Kassel konstant auf hohem Niveau. Im direkten Vergleich mit Bietigheim behielten die Huskies in drei von vier Duellen die Oberhand.
Bietigheim
Die Steelers schlossen die Hauptrunde auf Platz fünf ab und stellten eine der torgefährlichsten Offensiven der Liga. 184 Treffer unterstreichen die offensive Qualität, während defensiv mehr Gegentore zugelassen wurden als bei den Top-Teams. Auch das Powerplay bewegte sich im oberen Bereich. Auffällig: Trotz eines schwierigen Saisonstarts gelang den Steelers letztendlich die direkte Playoff-Qualifikation.
Viertelfinale
Kassel
Die Huskies mussten im Viertelfinale hart arbeiten und setzten sich in sechs Spielen gegen die Lausitzer Füchse durch. Auffällig dabei: Nahezu jede Partie war eng, zweimal ging es in die Verlängerung, und häufig entschied nur ein Treffer über Sieg oder Niederlage. Kassel bewies dabei vor allem defensive Stabilität und die Fähigkeit, knappe Spiele für sich zu entscheiden.
Bietigheim
Die Steelers lieferten sich mit Ravensburg eine spektakuläre Serie über sieben Spiele. Fünf Begegnungen gingen in die Verlängerung, zudem fielen in jeder Partie mindestens sechs Tore - in sechs der sieben Spiele mindestens sieben. Bietigheim präsentierte sich dabei offensivstark und nervenstark zugleich, setzte sich letztlich knapp durch und bringt entsprechend viel Selbstvertrauen mit ins Halbfinale.
Stärken
Kassel
Die Huskies überzeugen durch ihre Ausgeglichenheit. Sowohl offensiv als auch defensiv gehört das Team zu den besten der Liga. In den Playoffs sticht vor allem die Defensive hervor, die mit durchschnittlich 2,5 Gegentoren pro Spiel den Bestwert stellt. Auch das Penaltykilling bleibt weiterhin mit 75% stabil.
Bietigheim
Die Steelers haben in den Playoffs nochmal eine Schippe draufgelegt. Besonders die Special Teams stechen hervor: Sowohl im Powerplay als auch im Penaltykilling gehört Bietigheim zu den besten Teams der Endrunde. Hinzu kommt eine weiterhin starke Offensive, die im Schnitt vier Tore pro Spiel erzielt.
Schwächen
Kassel
Im Vergleich zu anderen Top-Teams zeigte sich die Offensive in den Playoffs bislang etwas weniger durchschlagskräftig. Auch das Powerplay konnte noch nicht konstant überzeugen, was gegen ein starkes Unterzahlspiel wie das der Steelers eine Rolle spielen könnte.
Bietigheim
Trotz der starken Playoff-Leistungen bleiben einige strukturelle Themen aus der Hauptrunde bestehen. Besonders die schwache Faceoff-Quote könnte sich gegen ein kontrolliertes Team wie Kassel bemerkbar machen. Zudem saß die Mannschaft über die Saison hinweg gesehen zu oft auf der Strafbank – auch wenn sich dieser Aspekt zuletzt verbessert hat.
Playoff-Topscorer
Kassel
In der Hauptrunde prägten vor allem Tyler Benson (59 Punkte), Hunter Garlent (56 Punkte) und Tristan Keck (45 Punkte) das Offensivspiel. Und auch in den Playoffs gibt es nicht "den einen Spieler", der hervorsticht. Kassel ist extrem tief und breit aufgestellt. Gleich fünf Spieler führen das Team mit je 5 Punkten an: Dabei fällt Routinier Yannik Valenti mit drei Treffern und einer +2 Plus-Minus-Werung auf.
Bietigheim
Die Steelers verfügen mit Jack Dugan (67 Punkte), Brett Kemp (63 Punkte) und Marek Racuk (55 Punkte) über mehrere Top-Scorer aus der Hauptrunde. In den Playoffs hat sich vor allem Cole Fonstad in den Vordergrund gespielt. 19 Punkte in sieben Spielen suchen ihresgleichen in diesen Playoffs. Auch seine zehn Treffer sind absoluter Spitzenwert in der DEL2.
X-Faktor
Kassel
Neben den bekannten Offensivkräften könnte vor allem Kapitän Jake Weidner (Plus-Minus-Bilanz +3) entscheidend werden. Seine Stabilität - auch in der Defensive - und Präsenz könnten in engen Spielen den Ausschlag geben.
Bietigheim
Auch bei den Steelers gibt es Spieler, die in den Playoffs wichtige Impulse setzen. Dazu gehört auch Bastian Eckl. Seine Plus-Minus-Bilanz von +8 ist der viertbeste Wert aller Spieler in den Playoffs. Hinzu kommen sechs Punkte (zwei Tore, vier Assists).