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Rückblick: Schwierige Saison der Wölfe fand ein positives Ende
03.04.2026Bild: Achim Keller

Rückblick: Schwierige Saison der Wölfe fand ein positives Ende

Nach dem Klassenerhalt spricht EHC-Kapitän Nikolas Linsenmaier über die Saison 2026/27.

Wochenlang stand der EHC Freiburg am Tabellenende, lange Zeit galten die Breisgauer als Abstiegskandidat Nummer eins. Doch im entscheidenden Moment fand das Team die nötige Stabilität – und sicherte sich mit einem 4:0-Seriensieg gegen Kaufbeuren vorzeitig den Verbleib in der DEL2.

Nach einer Saison am Limit fiel eine Menge Druck von den Breisgauern ab. „Nach der Serie gegen Kaufbeuren war die Erleichterung natürlich groß. Wir sind stolz, dass wir es gepackt haben, uns nochmal vom letzten Tabellenrang hochzukämpfen – und es tut gut, jetzt durchatmen zu können“, sagt Kapitän Nikolas Linsenmaier im Rückblick auf eine zehrende Saison 2026/27. „Endlich haben wir Gewissheit, dass wir in der DEL2 bleiben.“

Ausgangslage nach Hauptrunde macht Post-Season schwer

Dabei hatte sich die schwierige Ausgangslage bereits früh in der Saison abgezeichnet. Zwischen Oktober und Dezember rangierte Freiburg am Tabellenende, auch im weiteren Verlauf blieb das Team im unteren Bereich der Tabelle. Erst gegen Ende der Hauptrunde zeigte die Formkurve nach oben, der EHC schloss die Saison schließlich auf Rang 11 ab. 61 Punkte aus 52 Spielen, eine der anfälligsten Defensiven der Liga und ein schwaches Penaltykilling – die Zahlen spiegeln eine Spielzeit wieder, in der Konstanz über weite Strecken fehlte.

Umso wichtiger war es, in den Playdowns rechtzeitig die richtigen Antworten zu finden. Gegen Kaufbeuren präsentierte sich Freiburg deutlich stabiler und nutzte seine Chancen konsequent. Drei Siege in Folge bedeuteten den frühzeitigen Klassenerhalt – auch wenn die Serie enger war, als es das Ergebnis vermuten lässt. Zwei Partien gingen in die Verlängerung, einmal erkämpften die Breisgauer sich sogar nach einer Drei-Tore-Führung des ESVK noch den Sieg in Overtime.

Führung in harten Zeiten

„Es war natürlich ein schweres Jahr, um Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Linsenmaier, der ausgerechnet in dieser Spielzeit erstmals als Kapitän für die Freiburger auflief. „Ob ich es gut oder schlecht gemacht habe, können nur die anderen Spieler entscheiden.“ Dass er die Mannschaft in dieser Phase anführen durfte, kam für den Angreifer überraschend – und fiel ausgerechnet in eine sportlich besonders herausfordernde Spielzeit.

Auch persönlich hatte Linsenmaier zu kämpfen. Eine Verletzung zu Saisonbeginn warf ihn früh zurück. „Sich ganz am Anfang zu verletzen, ist natürlich immer blöd. Aber ich bin zurückgekommen und die Zeit hat mich stärker gemacht. Es ist wichtig, sich nicht unterkriegen zu lassen“, sagt der 31-Jährige.

Große Verantwortung in der Heimat

Für den gebürtigen Freiburger hatte der Abstiegskampf zudem eine besondere emotionale Dimension. „Als Freiburger ist ein Abstiegskampf auf jeden Fall nochmal deutlich emotionaler. Wir wollten auf keinen Fall zurück in die Oberliga. Wenn man von hier kommt, tut man erst recht alles für den Verein“, versichert er. „Man setzt sich anders ein und beißt sich auch durch jedes Wehwehchen durch, um irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen.“

Diese Mentalität zeigte sich auch in der Serie gegen Kaufbeuren. Freiburg trat geschlossen als Team auf, bekam wichtige Impulse von Leistungsträgern wie Fabian Ilestedt, Lynden McCallum oder Tomas Schwamberger und fand in den entscheidenden Momenten die nötige Effizienz.

Ruhe als Schlüssel für die Off-Season und die nächste Spielzeit

Mit dem gesicherten Klassenerhalt richtet sich der Blick nun nach vorne. Nach zwei unruhigen Jahren mit mehreren Trainerwechseln soll in der Offseason vor allem eines einkehren: Stabilität. „Jetzt ist es wichtig, endlich Ruhe in den Verein reinzubekommen. Die letzten zwei Jahre waren durch die Trainerwechsel durcheinander, das macht natürlich auch vielen Spielern zu schaffen“, sagt Linsenmaier. „Konstanz ist wichtig. Wir wollen ein gutes Team aufbauen und in der nächsten Saison neu durchstarten.“

Der Klassenerhalt markiert damit nicht nur das Ende einer kräftezehrenden Saison – sondern auch den Ausgangspunkt für einen Neuanfang.

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