Spiel der Woche: 143 späte Sekunden entscheiden enges Straßenbahn-Derby
Vier Tore in unter zweieinhalb Minuten! Irre Schlussphase sorgt für Auswärtssieg der Pinguine.
Vier Tore binnen 143 Sekunden – und allesamt nach der 55. Minute - sorgten dafür, dass auch die vierte Ausgabe des „Straßenbahn-Derbys“ zwischen der Düsseldorfer EG und den Krefeld Pinguine in der DEL2-Saison 2025/2026 an den Tabellenführer ging.
Über weite Strecken lieferten sich beide Teams im PSD Bank Dome ein intensives, ausgeglichenes Duell, ehe die Gäste in der Schlussphase ihre Effizienz unter Beweis stellten und sich den Auswärtssieg sicherten.
Starke Goalies prägen Auftakt
Der Auftakt war temporeich. Nach gewonnenem Eröffnungsbully der DEG führte ein Puckverlust in der Krefelder Abwehr früh zur ersten Chance für die Hausherren – und sofort wurde deutlich, dass es ein intensives Derby werden würde.
Auch die Gäste meldeten sich prompt. Alexander Weiß tauchte frei vor DEG-Goalie Niklas Lunemann auf, scheiterte jedoch am Schlussmann. Krefeld blieb offensiv präsent, besonders Mathew Santos sorgte mehrfach für Alarm vor dem Düsseldorfer Tor. Lunemann parierte zweimal stark, einmal half zudem die Latte, ehe die DEG wieder Kontrolle gewann.
Das erste Powerplay der Gäste – nach einer Strafe gegen Kevin Orendorz – brachte keinen Erfolg, weil Düsseldorf konsequent verteidigte. Direkt im Anschluss setzte sich Santos erneut stark durch, scheiterte aber ein weiteres Mal an Lunemann. Auch Düsseldorf kam zu Möglichkeiten: Ein abgefälschter Schuss strich knapp über Felix Bicks Tor, später verfehlte Philip Gogulla auf der Gegenseite das Ziel nur knapp.
Im Pauseninterview zeigte sich Simon Thiel optimistisch: „Wir können mit dem ersten Drittel zufrieden sein. Der Speed passt, und es ist uns gelungen, Krefeld zu Fehlern zu zwingen. Die volle Halle gibt natürlich jede Menge Stärke. Wir brauchen die Punkte für die Playoff-Qualifikation, und das Derby wollen wir erst recht gewinnen. Im zweiten Drittel müssen wir genauso weitermachen.“
Führung und schnelle Antwort
Auch der Mittelabschnitt begann mit hohem Tempo. Direkt wurden Krefelds Felix Bick und DEG-Goalie Niklas Lunemann geprüft, der sich unter anderem gegen Jan Nijenhuis behauptete. Beide Teams blieben offensiv ausgerichtet und drängten auf die Führung.
Ein weiteres Powerplay der Gäste brachte trotz des zweitbesten Überzahlspiels der DEL2 keine klaren Chancen. Düsseldorf verteidigte aufmerksam und initiierte sogar einen Unterzahl-Konter, den Bick jedoch souverän entschärfte.
In der 28. Minute fiel schließlich das erste Tor der Partie: Jonathan Matsumoto überwand Lunemann und brachte die Pinguine in Führung. Die DEG antwortete prompt: Nur 59 Sekunden später traf Erik Bradford zum Ausgleich. Der Treffer wurde videotechnisch überprüft, konnte jedoch nicht endgültig widerlegt werden, sodass es 1:1 hieß.
In der Folge blieben beide Teams weiter gefährlich, ohne dass ein weiteres Tor fiel. Auch im anschließenden ersten DEG-Powerplay wurde ein schneller Konter der Pinguine durch Daniel Bruch vereitelt, der erneut an Lunemann scheiterte. Die Partie gewann zunehmend an Intensität, kleine Provokationen häuften sich – typisch Derby.
Adam Payerl zog zur Pause ein Fazit: „Es macht Spaß, hier zu spielen. Beide Teams kämpfen hart, Düsseldorf macht uns viel Druck. Das Gegentor war aus unserer Sicht unglücklich, aber wir müssen einfach mehr Schüsse auf ihren Kasten bringen und am Ende ein Tor mehr schießen als Düsseldorf.“
143 Sekunden entscheiden alles
Die letzten 20 Minuten begannen wieder schnell, der erste Angriff gehörte den Gästen, doch Niklas Lunemann zeigte erneut seine Stärke im Düsseldorfer Tor. Auch die DEG erhöhte nun den Druck und drängte auf die Führung, blieb aber nicht allein mit ihren Chancen. Ein Schuss von Max Newton wurde im Block der DEG aufgehalten, ein Gegenangriff der Gäste folgte unmittelbar.
Dann fiel die Entscheidung in kurzer Folge: Max Newton brachte Krefeld in der 56. Minute mit 2:1 in Führung. Nur neun Sekunden später zappelte der Puck erneut im Netz: Marcel Müller traf, sein Schuss wurde entscheidend von einem DEG-Abwehrspieler abgefälscht – 3:1.
Düsseldorf versuchte noch einmal zu reagieren, doch Felix Bick entschärfte die Angriffe souverän. Krefeld nutzte die verbleibende Zeit konsequent: Jonathan Matsumoto erhöhte auf 4:1 (57.) und Leonhard Korus setzte rund eine Minute später mit dem 5:1 den Schlusspunkt.
Frust trifft auf Selbstbewusstsein
Ture Linden zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir haben 55 Minuten gutes Eishockey gespielt und sind dann am Ende komplett auseinandergefallen. Wir müssen lernen, ein komplettes Spiel durchzuziehen. Wir haben uns nicht an unseren Gameplan gehalten und ihnen jede Menge Gelegenheiten geboten, das darf so nicht passieren.“
Auf Seiten der Pinguine herrschte hingegen Zufriedenheit. Kapitän Alexander Weiß sagte: „Düsseldorf hat uns heute das Leben ganz schön schwer gemacht. Erst durch das 2:1 ist der Knoten geplatzt, dann war es einfacher.“ Weiß lobte die harte Arbeit seiner Mannschaft: „Wir haben uns dieses Selbstvertrauen heuer wirklich hart erarbeitet. Wir wissen, dass wir ein Spiel immer drehen können. Wir glauben an unsere eigene Stärke.“
Für Düsseldorf geht es am Sonntag nach Crimmitschau. Die Eispiraten liegen in der Tabelle direkt hinter der DEG und benötigen ebenfalls dringend Punkte. Krefeld empfängt zuhause den EV Landshut, der aufgrund schwankender Form unberechenbar ist und am vergangenen Freitag knapp gegen Weiden gewinnen konnte.
Damit schließt sich ein intensives Derby, in dem Krefeld vor allem in der Schlussphase seine Effizienz unter Beweis stellte und den Auswärtssieg sicherte. Düsseldorf hingegen zeigte über weite Strecken eine solide Leistung, konnte die entscheidenden Momente jedoch nicht für sich nutzen.