Spiel der Woche: Oberpfalz-Derby mit besonderer Brisanz
Regensburg im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation – Weiden will mit neuem Trainer nochmal angreifen.
Es ist angerichtet: Das vierte Oberpfalz-Derby der DEL2-Saison 2025/26 steht unter besonderen Vorzeichen. Während die Eisbären Regensburg wichtige Punkte für die direkte Playoff-Qualifikation sammeln wollen, geht es für Weiden im Tabellenkeller um alles.
Mit einem neuen Cheftrainer soll der Klassenerhalt gelingen. Beide Teams werden alles investieren, um dieses Duell für sich zu entscheiden – die Fans dürfen sich auf ein intensives Derby freuen.
Stabile Abwehr, klares Ziel
Nur acht Punkte trennen in dieser Saison die Plätze vier bis sieben. Mittendrin auf Rang sechs: die Eisbären Regensburg. Dieser Tabellenplatz würde die direkte Playoff-Qualifikation bedeuten – ob man ihn halten kann, ist jedoch offen. Direkt dahinter lauern die Lausitzer Füchse, auch Landshut und Düsseldorf sind noch in Schlagdistanz. Gleichzeitig ist der Blick nach oben erlaubt: Bietigheim liegt nur einen Zähler vor den Eisbären, Ravensburg auf Rang vier hat fünf Punkte Vorsprung.
Ein Sieg im Derby wäre daher umso wertvoller. Grundlage dafür soll vor allem die stabile Defensive sein. 121 Gegentore bedeuten aktuell den viertbesten Wert der Liga. Das Penaltykilling ist mit 86,5 Prozent sogar ligaweit das stärkste. In der Offensive hingegen besteht noch Steigerungspotenzial: 132 erzielte Treffer und eine Powerplay-Quote von 18,6 Prozent ordnen Regensburg im unteren Drittel ein. Mit Corey Trivino verfügen die Eisbären jedoch über einen verlässlichen Scorer – der Kanadier kommt bereits auf 40 Punkte. Nach der Niederlage am Sonntag gegen Bietigheim soll nun gegen Weiden die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen.
Neustart im Tabellenkeller?
Für die Blue Devils verläuft die Saison bislang schwierig. Rang 13, 53 Punkte sowie 23 Niederlagen in regulärer Spielzeit und weitere sieben nach Verlängerung oder Penaltyschießen sprechen eine deutliche Sprache. Ende Januar zog der Club die Konsequenzen und trennte sich von Cheftrainer Sebastian Buchwieser.
Zuletzt gelang allerdings ein wichtiger Erfolg – ausgerechnet gegen den direkten Konkurrenten Bad Nauheim. Beim Heimspiel gegen die Kurstädter wurde auch der neue Trainer vorgestellt: Alan Letang soll Weiden durch den Abstiegskampf führen und den Klassenerhalt sichern. Der Kanadier war bis November in der Ontario Hockey League tätig und ist mit dem deutschen Eishockey vertraut – als Spieler lief er unter anderem für Kaufbeuren, Augsburg, Hamburg und Nürnberg auf.
Statistisch besteht ebenfalls Luft nach oben. Mit 106 erzielten Treffern stellt Weiden die offensivschwächste Mannschaft der Liga. Powerplay, Defensive und Penaltykilling bewegen sich hingegen im soliden Mittelfeld. Besonders auffällig sind zwei U21-Leistungsträger: Noah Samanski (20 Punkte) und Paul Vinzens (16 Punkte) zählen zu den stärksten Förderlizenzspielern nach Scorerpunkten und übernehmen Verantwortung im Team. Im Derby sollen nun weitere wichtige Zähler folgen.
„Wir dürfen nichts unnötig verändern.“
Eisbären-Kapitän Nikola Gajovsky weiß, worauf es im Saisonendspurt ankommt: „Eigentlich ist es ganz einfach: Wir dürfen nichts unnötig verändern. Warum sollten wir jetzt plötzlich etwas anders machen, wenn wir bisher so viel Erfolg damit hatten?“ Er zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Spielzeit und fordert zugleich Konstanz: „Die Saison läuft gut für uns. Wir müssen einfach konzentriert bleiben und unser Spiel weiterspielen.“
Der Routinier mahnt zudem zur Wachsamkeit: „In dieser Liga gibt es nie einen klaren Favoriten. Man darf kein Spiel und keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen.“ Für den kommenden Gegner findet er anerkennende Worte: „Weiden hat ein starkes Team und kämpft um jeden Punkt.“ Die Marschroute für das Derby ist damit klar: „Wir müssen dieses Spiel genauso angehen wie alle anderen, weil wir jedes Spiel gewinnen wollen“, so Gajovsky.
Neues Jahr, neuer Wind in der Kabine
In Weiden hat das neue Jahr spürbare Veränderungen mit sich gebracht. Der sportliche Start verlief holprig, die Konsequenz war ein Neustart – mit neuem Trainer. Das Fazit zu den ersten Eiseinheiten fällt bei Fabian Voit positiv aus: „Es war auf jeden Fall intensiv und es gab jede Menge neue Impulse. Das bringt nochmal einen anderen Wind in die Kabine und stimmt positiv. Insgesamt wird mehr Wert auf unser offensives Spiel gelegt.“
Auch mit Blick auf das Derby zeigt sich das Team fokussiert – und will die Favoritenrolle nicht vorschnell verteilen. Das gibt auch Voit zu verstehen: „Vielleicht sind wir auf dem Papier der Underdog. Aber die Stimmung in der Kabine spricht eine klare Sprache. Für uns sind Derbys gegen die Eisbären immer etwas Besonderes und so werden wir auch spielen.“
Die Marschroute ist klar formuliert: „Wir müssen unser Spiel über 60 Minuten aufs Eis bringen – dann haben wir auch echte Chancen, erfolgreich zu sein.“
Es deutet also vieles auf ein intensives Oberpfalz-Derby hin, in dem beide Mannschaften um jeden Punkt kämpfen werden. Ob im Rennen um die direkte Playoff-Qualifikation oder im Kampf um den Klassenerhalt – Regensburg und Weiden gehen hochmotiviert in dieses Duell. Wer nicht live in der Stadtwerk.Donau-Arena dabei sein kann, hat die Möglichkeit, das Spiel der Woche um 20 Uhr auf Sporteurope.tv zu verfolgen.