Spiel der Woche: Regensburg gewinnt Oberpfalz-Krimi im Penaltyschießen
Weiden unter neuem Head Coach kämpferisch. Eisbären festigen Platz in den Top6.
Das Spiel der Woche – die vierte Ausgabe des Oberpfalz-Derbys – hielt am 47. Spieltag der DEL2-Saison 2025/2026, was es im Vorfeld versprochen hatte. Die Eisbären Regensburg und die Blue Devils Weiden lieferten sich ein intensives und bis zum Ende offenes Duell, das erst im Penaltyschießen entschieden wurde. Die Gäste stemmten sich von Beginn an gegen die Favoritenrolle der Regensburger und sicherten sich im Debüt unter dem neuen Head Coach Alan Letang mit großem Einsatz einen Punkt. Die Eisbären wiederum stellten mit dem Zusatzpunkt nicht nur sicher, dass sie auch kommende Saison in der DEL2 spielen werden, sie festigten auch ihren Platz in den Top6.
Frühe Führung – aber Weiden schlägt zurück
Flott starteten beide Teams in das vierte Oberpfalz-Derby der Saison. Bereits nach zwei Minuten nutzten die Gastgeber einen Fehler in der Weidener Defensive: Kevin Slezak traf nach einem Alleingang zur frühen Führung. Für die Eisbären war es ein Auftakt nach Maß, während die Blue Devils zunächst Ordnung finden mussten. Mit zunehmender Spielzeit arbeitete sich Weiden jedoch in die Partie, gewann mehr Zweikämpfe und setzte erste offensive Akzente.
Im ersten Powerplay der Gäste folgte der Ausgleich: Manuel Edfelder fälschte einen Schuss von Noah Samanski entscheidend ab (8.). Der Treffer gab den Blue Devils sichtbar Sicherheit. Immer wieder suchten sie den Abschluss, prüften Jonas Neffin aus unterschiedlichen Positionen und agierten in Überzahl mit viel Präsenz vor dem Tor. Ein weiterer Versuch landete am Pfosten, der anschließende Videobeweis bestätigte, dass der Puck die Linie nicht vollständig überschritten hatte. Regensburg setzte seinerseits offensive Nadelstiche, doch auch Michael McNiven zeigte sich aufmerksam. So ging es nach einem intensiven, temporeichen ersten Abschnitt mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Pause.
Weidens Maximilian Kolb ordnete das erste Drittel entsprechend ein: „Wir sind zwar nicht gut ins Spiel gekommen, aber nach dem Ausgleich haben wir uns gefangen, damit können wir zufrieden sein. Wir müssen weiterhin Chancen herausspielen und vor allem effektiv sein.“ Nach längerer Verletzungspause betonte er zudem: „Es ist, als wäre ich nie weg gewesen.“
Gäste übernehmen Kontrolle
Zu Beginn des Mittelabschnitts versuchte Regensburg, wieder mehr Kontrolle zu übernehmen, kam mit Tempo aus der Kabine und setzte Weiden früh unter Druck. Doch die Gäste verteidigten kompakt und hielten die Partie offen. Mit zunehmender Spieldauer kippte das Momentum: Die Blue Devils störten früh im Aufbau, gingen konsequent in die Zweikämpfe und zwangen die Eisbären zu ungenauen Pässen.
In der 31. Minute nutzte Weiden diese Phase zur Führung. Cedric Schiemenz traf mit einem platzierten Abschluss, bei dem Jonas Neffin ohne Abwehrchance blieb. In der Folge erspielten sich die Gäste weitere Möglichkeiten, während Regensburg phasenweise zu passiv wirkte. Mehrfach verhinderte Neffin einen höheren Rückstand und hielt seine Mannschaft im Spiel. Ein spätes Powerplay der Hausherren brachte zwar Abschlüsse durch Borley und Slezak, doch McNiven blieb souverän. So nahmen die Blue Devils die verdiente Führung mit in die zweite Pause.
Pierre Preto fand deutliche Worte: „Wir haben sie kommen lassen. Da müssen wir eigentlich dagegenhalten. Im Schlussabschnitt müssen wir geradliniger sein, unsere Überzahlsituationen nutzen und nochmal alles geben.“
Spätes Comeback erzwingt Verlängerung
Mit entsprechendem Nachdruck kamen die Eisbären ins Schlussdrittel. Das Tempo blieb hoch, beide Teams suchten früh den Abschluss. Zunächst hatten die Blue Devils gute Gelegenheiten, doch Neffin reagierte aufmerksam und profitierte zudem von etwas Scheibenglück. Auf der Gegenseite erhöhte Regensburg den Druck und arbeitete sich zunehmend in der Offensivzone fest.
Der Ausgleich fiel schließlich in Überzahl: David Morley traf zum 2:2 und brachte die Gastgeber zurück in die Partie. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Weiden ließ sich nicht beeindrucken, kam zu mehreren Abschlüssen – unter anderem durch Voyer sowie Voit und Muck – doch Neffin parierte stark. Wenig später drehte Regensburg die Begegnung: Nick Mähler traf zur 3:2-Führung und schien das Spiel zugunsten der Eisbären kippen zu lassen.
Doch das Derby blieb seinem Charakter treu. Trotz des hohen Tempos über nahezu die gesamte Spielzeit hinweg mobilisierten die Blue Devils noch einmal alle Kräfte. 58 Sekunden vor dem Ende war es erneut Cedric Schiemenz, der zum 3:3 ausglich und sein Team für den Aufwand belohnte.
Drei-gegen-Drei vertagt Entscheidung
In der Overtime agierten beide Mannschaften zunächst kontrolliert, wollten Fehler im Drei-gegen-Drei vermeiden und suchten geduldig nach der entscheidenden Lücke. Regensburg hatte die erste Möglichkeit, doch Corey Trivino setzte seinen Versuch neben das Tor. Die Eisbären versuchten es in der Folge mit ruhigem Aufbau über Morley, fanden gegen kompakt verteidigende Blue Devils jedoch kaum freie Räume. Auch Kevin Slezak kam noch einmal zum Abschluss, wurde aber entscheidend gestört.
Auf der Gegenseite setzte Weiden auf schnelle Umschaltmomente. Nach einem wichtigen Save von Michael McNiven ergab sich eine Gelegenheit für Fabian Voit, der die Scheibe im entscheidenden Moment jedoch nicht kontrollieren konnte. Insgesamt blieb die Verlängerung intensiv, aber chancenarm – beide Teams agierten mit hohem Respekt vor dem möglichen Konter. So musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen.
Neffin sicher – Bracco trifft als Einziger
Den Anfang für Regensburg machte David Morley, der das 2:2 erzielt hatte. Doch Michael McNiven überraschte den Kanadier und parierte sicher. Auch auf der Gegenseite setzte sich der Goalie gegen Cedric Schiemenz durch. Jeremy Bracco erzielte dafür den ersten Treffer für die Eisbären. Jonas Neffin hielt den Schuss von Alex-Olivier Voyer – und auch Michael McNiven blieb gegen Corey Trivino souverän. Den vorerst letzten Penalty bekam Luca Gläser auf Weidner Seite – doch der konnte seinen Schuss nicht platziert aufs Tor bringen und so stand Regensburg als Sieger fest.
Kevin Slezak zeigte sich nach der Partie erleichtert: „Wir sind wirklich froh, dass wir dieses Spiel für uns entscheiden konnten. Emotionale Derbys sind immer hart, der Kampf entscheidet – und wir haben diesen Kampf gewonnen.“ Mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben ergänzte er: „Jetzt wollen wir den Schwung mitnehmen. Wir gehen von Tag zu Tag weiter und konzentrieren uns voll auf das nächste Spiel.“
Auf Weidener Seite zog Tom Schwarz ein differenziertes Fazit: „Wir haben an sich gut gespielt. Regensburg hat Kleinigkeiten direkt bestraft. Leider war das Glück am Ende nicht auf unserer Seite.“ Trotz der knappen Niederlage betonte er die Bedeutung des Punktgewinns: „Jeder Punkt ist für uns wichtig. Wenn wir weiter so auftreten, hart spielen und unsere Chancen konsequenter nutzen, werden wir uns belohnen.“