Spiel der Woche: Verfolger-Derby mit offenem Visier
Ravensburg und Bietigheim im direkten Duell um die Playoff-Plätze.
Derbyzeit in Badem-Württemberg: Am Sonntag (18:30 Uhr) kommt es in Ravensburg zum direkten Duell der Verfolger: Die Towerstars empfangen als Tabellenvierter die Bietigheim Steelers, die auf Rang fünf nur sechs Punkte hinter den Oberschwaben liegen.
Bereits drei der bisherigen Saisonbegegnungen gingen an Ravensburg, doch die Steelers sind auf der Suche nach Revanche. Es steht viel auf dem Spiel, wenn es im Saisonendspurt um die besten Voraussetzungen für die Playoffs geht.
Ravensburg mit Rückenwind
Die Towerstars präsentieren sich seit Beginn des neuen Jahres in starker Verfassung. Neun Siege aus zwölf Partien brachten Ravensburg bis auf Tabellenrang vier nach vorne, insgesamt stehen derzeit 70 Punkte zu Buche. Zuletzt gelang am Freitag ein Erfolg bei Spitzenreiter Krefeld, womit der Vorsprung auf Verfolger Bietigheim auf sechs Zähler anwuchs.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein ausgeglichenes Gesamtbild: 125 erzielte Treffer stehen ebenso vielen Gegentoren gegenüber, womit sich Ravensburg offensiv wie defensiv im soliden Ligamittelfeld bewegt. Verbesserungspotenzial gibt es hingegen in den Special Teams. Mit einer Powerplay-Quote von 12,8 Prozent stellt Ravensburg aktuell den niedrigsten Wert der Liga, auch das Penaltykilling (76,5 Prozent) rangiert im hinteren Tabellenbereich.
„Jeder Punkt ist jetzt noch ein bisschen wichtiger.“
Individuell setzte zuletzt Odeen Tufto wichtige Akzente. Der US-Amerikaner wechselte erst im Dezember aus der ECHL nach Ravensburg und sammelte in 17 Einsätzen bereits 15 Scorerpunkte. „Die ersten Wochen waren richtig gut. Wir gewinnen viele Spiele, seit ich hier bin, und das macht es mir natürlich einfacher“, so der 29‑Jährige. „Jetzt liegt der Fokus darauf, dass wir die Hauptrunde der Saison stark beenden und uns einen Playoff-Platz sichern können.“
Dem Duell mit Bietigheim misst Tufto besondere Bedeutung bei: „Es ist eng in der Tabelle und zu diesem Zeitpunkt der Saison ist jeder Punkt noch ein bisschen wichtiger.“ Zudem setzt er auf den Heimvorteil: „Dass wir zuhause spielen, ist toll. Die Fans werden für eine großartige Stimmung sorgen und wir sind bereit.“
Bietigheims Offensivstärke als Trumpf
Auch die Bietigheim Steelers konnten ihre Position in der Tabelle immer weiter festigen. Mit 64 Punkten belegt man aktuell Rang fünf – direkt hinter Ravensburg. Sieben Siege aus zwölf Spielen seit Jahresbeginn unterstreichen die positive Entwicklung, auch wenn es zuletzt gegen Rosenheim und Freiburg Rückschläge gab.
Die Basis des bisherigen Erfolgs bildet vor allem die Offensive. Mit bereits 140 erzielten Toren stellen die Steelers die drittbeste Angriffsreihe der DEL2. Das Powerplay bewegt sich mit einer Quote von 21 Prozent im soliden Ligamittelfeld. Defensiv besteht hingegen noch Steigerungsbedarf: 135 Gegentreffer bedeuten den dritthöchsten Wert der Liga, lediglich Freiburg und Kaufbeuren mussten mehr Gegentore hinnehmen. Auch das Penaltykilling (75,8 Prozent) gehört zu den schwächeren der Konkurrenz.
„Kleinigkeiten können das ganze Spiel entscheiden.“
Eine zentrale Rolle im Team der Steelers nimmt mittlerweile Stürmer Mike Fischer ein, der sich kürzlich langfristig bis 2028 an die Steelers gebunden hat. Mit 31 Punkten in 38 Einsätzen spielt er seine beste Saison als Profi. „Ich fühle mich hier sportlich und auch menschlich sehr gut aufgehoben. Jeder gibt dem anderen ein gutes Gefühl und man unterstützt einander“, begründet Fischer seine Entscheidung.
Was seine persönliche Effektivität betrifft, verweist der Angreifer vor allem auf das Umfeld: „Allem voran ist das Vertrauen, das die Coaches in mich setzen, ein großer Baustein. Aber mir gibt auch die Nähe zu meiner Familie sehr viel Energie. Sie sind bei jedem Heimspiel alle dabei.“
Dass die Steelers zuletzt zwei Spiele in Folge das Nachsehen hatten, nimmt Fischer ganz klar als Ansporn: „Am besten finden wir direkt wieder zurück in die Erfolgsspur.“
Für das Spiel in Ravensburg sieht Fischer klare Schlüssel zum Erfolg: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Wenn wir defensiv gut stehen und vorne die Chancen nutzen, dann sieht es gut aus. Am Ende können Kleinigkeiten das ganze Spiel entscheiden, deshalb müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen.“
Richtungsweisende Partie im Kampf um die Playoffs
Es ist bereits das vierte Aufeinandertreffen beider Teams in der laufenden Saison, bislang behielten drei Mal die Towerstars die Oberhand. Das direkte Duell zwischen dem Tabellenvierten und -fünften verspricht damit nicht nur Spannung, sondern könnte auch richtungsweisend für den Kampf um die Playoff-Plätze sein.
Eröffnungsbully in Ravensburg ist am Sonntag um 18:30 Uhr. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, die Partie live auf sporteurope.tv zu verfolgen.