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Spiel der Woche: Towerstars gewinnen Krimi-Derby.
08.02.2026Bild: Kim Enderle

Spiel der Woche: Towerstars gewinnen Krimi-Derby.

Intensive Partie zwischen Towerstars und Steelers - offener Schlagabtausch bis in die Overtime.

Das angekündigte Verfolger-Derby hielt, was es versprach. In der CHG-Arena lieferten sich die Ravensburg Towerstars und die Bietigheim Steelers ein intensives und über weite Strecken offenes Duell, das erst in der Overtime entschieden wurde.

Nach wechselnden Führungen und einem späten Ausgleich der Gäste setzte sich Ravensburg schließlich knapp durch und bestätigte damit erneut seine Stärke in den direkten Duellen mit dem Tabellennachbarn.

Bietigheim mit besserem Start

Los ging es in der CHG-Arena mit dem gewonnenen Eröffnungsbully der Hausherren, doch die erste gute Möglichkeit gehörte den Steelers. Jack Dugan zog ab, sein Schuss wurde jedoch noch abgefälscht. Auf der Gegenseite traf Erik Jinesjö Karlsson wenig später nur den Pfosten. Insgesamt verlief die Anfangsphase ausgeglichen, ehe ein eigentlich zu weit gespielter Pass auf Bietigheims Brett Kemp glücklich von der Bande zurücksprang. Der Kanadier nutzte die Situation und überwand Nico Pertuch zur 1:0-Führung für die Steelers (6.). Bietigheim hielt den Druck hoch und kam zu weiteren Chancen. Erneut war es Kemp, der eine Unaufmerksamkeit der Towerstars bestrafte und auf 2:0 erhöhte (9.).

Kurz darauf musste Ján Wieszinski erstmals auf die Strafbank, Bietigheim durfte im Powerplay agieren. Doch beinahe direkt schlugen die Towerstars in Unterzahl zurück: Mark Rassell netzte zum 1:2-Anschlusstreffer ein (9.). Zwar lief das Überzahlspiel der Steelers weiter, doch zwingende Abschlüsse blieben aus. Das Tor gab Ravensburg spürbar Sicherheit, die Reihen stabilisierten sich zunehmend. In Überzahl drängten die Towerstars wenig später auf den Ausgleich, doch Chancen von Marvin Schmid und Odeen Tufto verfehlten das Ziel, Robbie Czarnik traf nur den Pfosten. Entsprechend selbstkritisch zeigte sich Verteidiger Niklas Hübner im Interview zur ersten Pause: „Es ist noch nicht ganz das Spiel, was die Fans begeistert. Wir machen zu viele Fehler und verlieren die Scheibe zu oft, das ist nicht gut genug.“ Für den Mittelabschnitt sah er dennoch klare Ansatzpunkte: „Wir müssen mehr Scheiben zum Tor bringen, körperlich spielen und auch wirklich in die Zweikämpfe gehen.“

Towerstars drehen Partie

Dieses Vorhaben setzten die Towerstars nach der Pause um und nahmen das Momentum aus dem ersten Drittel mit. Die erste Gelegenheit hatte Ravensburg, ein Missverständnis zwischen Robbie Czarnik und Philipp Mass verhinderte jedoch den Treffer. In der 24. Minute machte es Odeen Tufto im Powerplay besser und sorgte für den Ausgleich. Mehrfach scheiterte Bietigheim jetzt an Nico Pertuch, der sicher zur Stelle war – und auf der anderen Seite traf Nick Latta zur erstmaligen Führung für Ravensburg (28.).

Ein weiteres Überzahlspiel der Towerstars brachte zwar Druck, doch Bietigheim kam in Unterzahl selbst zu einer großen Möglichkeit: Mike Fischer traf lediglich den Pfosten. Auch ein anschließendes Powerplay konnten die Steelers nicht nutzen, sodass Ravensburg die knappe Führung mit in die zweite Pause nahm. Bietigheims Arne Uplegger bilanzierte: „Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, im zweiten haben wir etwas nachgelassen. Wenn wir im Schlussabschnitt unsere Chancen nutzen, dann sieht es anders aus.“

Später Ausgleich erzwingt Verlängerung

Der Schlussabschnitt begann temporeich. Bereits nach 32 Sekunden erhöhte Robbie Czarnik auf 4:2 für die Towerstars. Die Antwort der Steelers ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Brett Kemp schlug ein drittes Mal zu und erzielte den Anschlusstreffer für Bietigheim (44.). Im Anschluss versuchten beide Teams, geordnet ihr Spiel aufzubauen und vor das gegnerische Tor zu gelangen. Bietigheim gelang das auch, doch der Videobeweis musste zurate gezogen werden und dieser zeigte, dass der Puck nie die Torlinie überquert hatte.

Weiter ging es also. Ein Powerplay für Ravensburg brachte wenig Ertrag, Olafr Schmidt verhinderte den nächsten Gegentreffer, ehe Bietigheim über Brett Kemp erneut gefährlich wurde – diesmal blieb jedoch auch der Towerstars-Schlussmann Sieger. Mit zunehmender Spielzeit ließen die Kräfte nach, dennoch drängten vor allem die Steelers weiter auf den Ausgleich. Fünf Minuten vor dem Ende belohnte sich Bietigheim schließlich: Mick Hochreither traf zum 4:4. In der Schlussphase suchten beide Teams die Entscheidung, ein weiterer Treffer fiel jedoch nicht, sodass die Overtime nötig wurde.

Kurzer Prozess im „Nachsitzen“

Und in dieser dauerte es nur 12 Sekunden. Dank einer Strafe gegen Bietigheim begann Ravensburg mit vier statt drei Spielern auf dem Eis. Robbie Czarnik machte kurzen Prozess und versenkte den Puck im Steelers-Tor und damit stand fest, dass auch die vierte Begegnung beider Teams in dieser Saison an Ravensburg geht. Im Interview hob Towerstars-Topscorer Mark Rassell die Teamleistung hervor: „Wir haben heute nicht unser bestes Eishockey gespielt, aber bewiesen, dass wir auch solche Spiele gemeinsam gewinnen können.“ In der Tabelle bedeutet das heutige Ergebnis für Ravensburg weiter Rang 4 mit mittlerweile 72 Punkten, Bietigheim rutscht dank eines Sieges der Eisbären Regensburg auf Rang 6 ab und hat jetzt sieben Punkte Rückstand auf Ravensburg.

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