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Ende einer Ära in Regensburg: Kapitän Nikola Gajovský beendet seine Karriere
03.05.2026Bild: Melanie Feldmeier

Ende einer Ära in Regensburg: Kapitän Nikola Gajovský beendet seine Karriere

Gesicht des Regensburger Eishockeys hängt Schlittschuhe an den Nagel.

Es ist eine Nachricht, die das Eishockey-Herz in der Domstadt bewegt: Nach elf Jahren im Trikot der Eisbären Regensburg hängt Nikola Gajovský seine Schlittschuhe an den Nagel.

Der 39-jährige Ausnahmespieler, der den Standort über ein Jahrzehnt lang wie kaum ein anderer prägte, verabschiedet sich mit einem Zitat aus seinem Lieblings-Epos vom aktiven Sport: „Meine Wache ist zu Ende“, sagt Gajovský – eine Anspielung auf das Fantasy-Epos „Game of Thrones“. Das Regensburger Urgestein ergänzt: „Ich mag die Serie – und für mich fühlt es sich einfach genau so an: als wäre als wäre es jetzt Zeit.“

Ein Rekordmann für die Ewigkeit

Gajovský geht als lebende Legende. Mit 568 Einsätzen belegt der gebürtige Tscheche mit deutschem Pass den zweiten Platz in der ewigen Liste der Regensburger Rekordspieler. In der Scorer-Statistik steht er mit 679 Torbeteiligungen (250 Tore und 429 Assists) einsam an der Spitze. Seit seinem Wechsel aus Chomutov im Jahr 2015 entwickelte er sich vom filigranen Spielmacher zum unumstrittenen Anführer und Kapitän.

Dankbar blickt der Routinier auf seine Zeit in der Oberpfalz zurück: „Ich will mich von ganzem Herzen beim Klub und den Fans bedanken. Dafür, dass ich mich hier von Anfang an wie zuhause fühlen durfte. Dafür, dass alle immer so unglaublich nett zu mir waren. Und für die vielen schönen Jahre mit euch Fans. Regensburg ist für mich eine Heimat geworden und ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe.“

Meilensteine einer bewegten Laufbahn

Seine Karriere war gespickt mit Triumphen: Der Oberliga-Titel und der damit verbundene DEL2-Aufstieg 2022 waren ebenso Meilensteine wie die sensationelle Zweitliga-Meisterschaft im Jahr 2024. Ob als torgefährlicher Stürmer oder zuletzt als taktisch kluger Verteidiger – Gajovský stellte sich stets in den Dienst der Mannschaft. Nach dem Einzug ins Halbfinale der abgelaufenen Saison endet nun sein Weg auf dem Eis.

Geschäftsführer Peter Holmgren, der jahrelang selbst mit Gajovský auf dem Eis stand, würdigt die Verdienste seines ehemaligen Mitspielers: „Mit Nikolas Entscheidung endet eine prägende Ära bei den Eisbären. Über elf Jahre lang hat er unseren Klub auf und neben dem Eis mitgeformt und mit großen Momenten geprägt – allen voran der Oberliga-Titel und der DEL-2-Aufstieg und die Zweitliga-Meisterschaft werden für immer untrennbar mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich durfte selbst fünfeinhalb Jahre mit ihm zusammenspielen und verbinde viele intensive und besondere Erinnerungen damit. Umso mehr freut es mich, dass ‘Gajo‘ dem Verein erhalten bleibt und seine Erfahrung sowie seine Leidenschaft künftig als Nachwuchstrainer weitergibt. Er steht sinnbildlich für das, was unseren Standort ausmacht.“

Die neue Mission: Talentschmiede statt Profi-Eis

Ganz verschwinden wird das Gesicht des Regensburger Eishockeys jedoch nicht. Gajovský bleibt seiner Wahlheimat treu und wechselt hinter die Bande, um den Nachwuchs des EVR zu fördern: „Ich bin hier daheim. Ich gehe hier nicht weg – ich bleibe. Auf dem Eis ist meine Wache zwar zu Ende, aber ich werde Trainer im EVR-Nachwuchs."

Ab der kommenden Spielzeit wird er die U11 übernehmen. Damit geht das Wissen einer der größten Identifikationsfiguren des Klubs direkt an die nächste Generation über.

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